Friday, 13 May 2016

Klaus-Peter Wolf - Ostfriesenkiller (Ann-Kathrin Klaasen #1)

Ostfriesenkiller - Klaus-Peter Wolf [German Review]
“Eine Serie von Morden erschüttert eine kleine Stadt in Ostfriesland. Nach und nach werden mehrere Mitglieder des Vereins ›Regenbogen‹ auf grausame Weise umgebracht. Wer hasst so sehr, dass er sie...
Ostfriesenkiller - Klaus-Peter Wolf [German Review]

“Eine Serie von Morden erschüttert eine kleine Stadt in Ostfriesland. Nach und nach werden mehrere Mitglieder des Vereins ›Regenbogen‹ auf grausame Weise umgebracht. Wer hasst so sehr, dass er sie alle auslöschen will? Für Ann Kathrin Klaasen wird dieser Fall zu einer echten Bewährungsprobe.”

Ich war nie ein besonders großer Fan von Kriminalromanen, wenn sie nicht als Thriler ausgeschrieben waren. Nachdem ich den Papenburger Puppenspieler (Rezension ebenfalls hier zu finden) gelesen hatte, habe ich auch erst einmal die Nase voll von Lokalromanen gehabt, denn dieses Buch hatte mir persönlich - bis auf den grandios gewählten Anfang! - nicht zugesagt.

Ich fand die Erzählweise in ‘Ostfriesenkiller’ sehr spannend gehalten - in den einzelnen Kapiteln wechselt manchmal die Perspektive, aber insgesamt ist der Fokus sehr auf die Kommissarin Ann-Kathrin Klaasen gerichtet. Was ich allerdings daran zu bemängeln habe, ist, dass sie leider etwas stereotypisch gelungen ist - weniger als Kommissarin, sondern mehr als 'Frau’. Sie scheint klischeehaft, wenn sie sich Vorwürfe macht, ihren Sohn wegen ihrer Karriere vernachlässigt zu haben. Ich als Leser habe zwar einen guten Einblick in die Gedankengänge von Klaasen bekommen, was ihren Fall und ihre Ehe anging und sie schien mir gen Ende des Buches auch fast glaubwürdig.
FAST glaubwürdig. Es muss eben einen großen Haken geben. Ich habe selten bei einem Buch vor Erstaunen gelacht. Ohne etwas vorwegnehmen zu wollen, werde ich es folgendermaßen ausdrücken: Es passt überhaupt nicht in den doch sehr gefestigten und pflichtbewussten Charakter der Kommissarin.

Auch die Auflösung, wer die Morde begangen hat, fand ich insgesamt zwar storytechnisch und erzähltechnisch stimmig, aber von der Personifikation der betreffenden Person her ziemlich weit hergeholt und unglaubwürdig. Auch die Auflösung scheint sehr, sehr schwammig, da unklar bleibt, wie der Mörder letztendlich genau gefasst wurde.

Ob ich mir die nächsten neun Bände kaufen werde? Das weiß ich noch nicht. Wahrscheinlich werde ich es tun, weil ich noch höher in den Norden gezogen bin und mir noch ein wenig Lokalkultur fehlt. Für Nordseetouristen und solche, die es werden wollen, ist dieser Krimi nicht nur als Fremdenführer (zumindest einigermaßen gut) geeignet, sondern dient auch der Unterhaltung - auch, wenn ich ihn persönlich eher als ziemlich leichte Kost bezeichnen würde.

Das Buch selbst habe ich an zwei Nachmittagen vollständig gelesen, was nicht unbedingt dafür spricht, dass es so schrecklich gewesen ist, wie meine Kritik hier vermuten lässt. Mal schauen, was die nächsten Bände bringen - wenn ich sie mir denn noch einverleibe.

(originally posted April 2016)

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